Uni-Logo
You are here: Home Forschung Münzsammlung Die Geschichte der Sammlung
Document Actions

Die Geschichte der Sammlung

Man darf es in mehrfacher Hinsicht als Glücksfall bezeichnen, dass diese Münzsammlung an das Seminar für Alte Geschichte geriet. Glück war es, dass sie überhaupt zusammenblieb und nicht nach dem Tode Wefels' von seinen Erben auseinandergerissen wurde. Dadurch konnte die enorme Arbeitsleistung, die Heinrich Wefels in die Bestimmung der einzelnen Stücke gelegt hatte, als ganze konserviert werden. Noch heute zeugen hiervon Wefels' Beschriftungszettel mit ihrer winzigen, gleichwohl akkuraten Schrift. Glück war es auch, dass sich in den letzten Jahren des 2. Weltkriegs trotz der widrigen Umstände der Justizrat Holler der Sammlung angenommen hatte, die durch mehrere Transporte in Unordnung geraten war. Die Sammlung befand sich nunmehr bereits in Freiburg, war aber der wissenschaftlichen Arbeit ebenso entzogen wie der breiteren Öffentlichkeit. Hierzu hatte insbesondere die neue Aufbewahrungsform beigetragen. Die Münzen waren inzwischen aus ihrem ursprünglichen Schrank herausgenommen und in Tütchen verpackt worden, die Kinder des Freiburger Kinderheims St. Lioba im Kriege geklebt hatten. So war zwar für einen künftigen Transport vorgesorgt, doch zugleich eine intensive Beschäftigung mit den einzelnen Exemplaren praktisch ausgeschlossen, da sich bis zu 20 Münzen in einem Tütchen befanden. Wiederum bedurfte es etwas Glücks. Als sich das Erzbischöfliche Ordinariat entschloss, seinen Schatz zu versilbern, konnte dank Vermittlung der Freiburger Professoren Clemens Bauer und Edward Sangmeister sowie dank eines hilfreichen Gutachtens des Frankfurter Althistorikers Konrad Kraft die Sammlung für das Seminar für Alte Geschichte erworben werden. Herbert Nesselhauf hatte sich mit Erfolg für Bundes- und Landeszuschüsse eingesetzt und somit ein einzigartiges Hilfsmittel für die Ausbildung künftiger Altertumswissenschaftler und Historiker dem Seminar für Alte Geschichte zugeführt. Allein, an einen sofortigen Einsatz in der Lehre war kaum zu denken. Zuvor bedurfte es jahrelanger entsagungsvoller Arbeit, die Münzen aus den Tütchen auf Tabletts umzulagern, sie erneut zu bestimmen und den Bestand zu katalogisieren. Als 1967 dem Seminar für Alte Geschichte die Stelle eines Akademischen Rates zugewiesen und mit Marieluise Deißmann-Merten besetzt worden war, erwies sich auch dies als Glücksfall. Denn Marieluise Deißmann-Merten verlegte sich nicht nur darauf, die Sammlung zu ordnen und zu inventarisieren, sondern setzte sie bereits während dieser Aufarbeitung regelmäßig in der Lehre ein. Seit nunmehr fast 30 Jahren finden in jedem Semester numismatische Übungen statt, bei denen Studierende direkt an antiken Quellen ausgebildet werden. Aufgrund des großen Bestandes ließ sich auch die Thematik dieser Übungen stets variieren, wie der Blick in die Vorlesungsverzeichnisse zeigt: „Münzprägung unter den Flaviern" oder „... in der Zeit Diokletians und Konstantins", „Die byzantinische Münzprägung" oder „Kaiserzeitliche Münzprägung in den kleinasiatischen Städten", „Frauen auf römischen Münzen“ oder „Die Bauten der Römer auf Münzen“. Wer einmal die Faszination gespürt hat, die sich beim Umgang mit den antiken Originalen einstellt, wird nicht nur künftig eine bessere, nämlich selbst gewonnene Vorstellung, von diesen Stücken besitzen, sondern auch ein geschärftes Bewusstsein gewinnen, welche Möglichkeiten und Schwierigkeiten die Interpretation antiker Quellen mit sich bringt.

Öffnungszeiten

Sekretariat (Raum 1192)

Montag - Freitag: 

10 - 12 Uhr und 14 - 16 Uhr

Tel.: 0761 - 203 3393

Fax: 0761 - 203 3413

E-Mail 

 

Bibliothek

Montag - Freitag:

8 - 21.30 Uhr

Samstag:

9 - 12.30 Uhr

 

Separatum (Raum 1294)

Montag - Donnerstag:

10 - 12 Uhr u. 14 - 16 Uhr

Freitag:

10 - 12 Uhr

Tel. 0761 - 203 2436

E-Mail

Kontakt

Seminar für Alte Geschichte

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.

Kollegiengebäude I - Platz der Universität 3

79098 Freiburg

Personal tools